Tipps aus der Praxis


 

Räuspern belastet die Stimme!
Sie spüren, da ist irgendwas auf Ihrer Stimme. Das geht einfach nicht weg. Ein Frosch vielleicht? Ein kurzes Räuspern. Es reicht aber nicht aus, um die Stimme wieder klar zu kriegen. Und jetzt passiert es. Sie werden ganz nervös. Immer und immer wieder müssen Sie sich räuspern. Kurzzeitig hilft es Ihnen über die Runden. Irgendwann merken Sie jedoch nicht mehr, wie oft Sie das eigentlich machen. Das Räuspern hat sich verselbständigt, längst ist es zum Zwang geworden. Sie haben die Kontrolle darüber verloren, und Ihre Stimme bleibt heiser.
"Ja, was soll ich denn sonst machen," werden Sie sich vielleicht fragen, "ist denn Räuspern ungesund?"
Übermäßiges Räuspern kann zu einem Zwang werden und belastet Ihre Stimmbänder. Statt sich zu räuspern, sollten Sie lieber ein lockeres Husten einsetzen, denn Husten ist physiologisch. Sie können sich aber auch helfen, indem Sie einfach etwas trinken, natürlich alkoholfrei, oder, nur mal so, kurz schlucken. Dadurch entlasten Sie Ihren Kehlkopf, und Ihre Stimme wird spürbar an Glanz und Tragfähigkeit zurückgewinnen.

 
   

Stottern: Eine gut behandelbare Sprachstörung - aber Vorsicht bei Heilsversprechungen!
Haben Sie auch schon einmal im Fernsehen gesehen, wie ein stark Stotternder auf schnelle und wundersame Weise plötzlich von seinem jahrelang andauernden und schweren Leiden geheilt wurde und er in der Sendung keine Stottersymptome mehr zeigte? Andreas Starke, ein erfahrener und angesehener Stottertherapeut, schreibt hierzu:
Einzelne Patienten, die - insbesondere kurz nach der Therapie - von ihren Therapeuten im Fernsehen vorgeführt werden und dabei nicht stottern, sind kein Beweis dafür, dass der betreffende Therapeut (außer in einer verschwindenden Anzahl von Einzelfällen) Stottern bei Jugendlichen und Erwachsenen heilen kann. Stottern ist eine gut behandelbare Störung. Durch Therapie sind erhebliche Verbesserungen der Sprechflüssigkeit mit den entsprechenden Veränderungen in der Lebensführung in sehr vielen Fällen zu erzielen. Im Kindesalter sind vollständige Heilungen durch Therapie häufig. Möglicherweise gibt es ein kritisches Alter, bis zu dem noch vollständige Heilungen durch Therapien zu erzielen sind. Dieses liegt um 8 bis 12 Jahre. Die Meinungen und Erfahrungen der Fachleute (auch der ernstzunehmenden) differieren.
Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Starke: www.andreasstarke.de